BHV in Nordrhein-Westfalen
Wolfgang Schoppe ist jetzt Ehrenmitglied des BDR
Der deutsche Radsport in den letzten Jahrzehnten ist untrennbar verbunden mit dem besonderen Werdegang des Leipzigers Wolfgang Schoppe, der sich als ehemaliger aktiver Rennfahrer und als herausragender Funktionär über viele Jahre in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland um den deutschen Radsport verdient gemacht hat.

Nun hat ihn die BHV des BDR zum Ehrenmitglied ernannt. Wolfgang Schoppe wirkte beispielsweise in verantwortlicher Funktion mit, als es nach der Wende in Deutschland darum ging, den damaligen Deutschen Radsport-Verband der DDR (DRSV) in den (westdeutschen) Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zu integrieren.

 

Im DSRV der DDR arbeitete er zunächst über etliche Jahre vor allem im Interesse der nicht staatlich geförderten Sportler, deren Betätigungsräume Ende der sechziger Jahre von der kommunistischen Führung immer weiter eingeschränkt wurden. Sein langjähriges Engagement als Vorsitzender der Kommission Betriebssportgruppen Rennsport führte praktisch zu einem zweiten Wettkampfsystem – neben den Rennen der staatlich geförderten Klubs.

 

In der Zeit der DDR wurde der ausgebildete Ingenieur Wolfgang Schoppe verbandspolitisch und beruflich stark benachteiligt, auch deswegen, weil er sich couragiert für den politisch gemaßregelten Chemnitzer Radrennfahrer Wolfgang Lötzsch immer wieder eingesetzt hat.

 

Mit der Wende ist Wolfgang Schoppe erneut ganz besonderen Herausforderungen gerecht geworden. Im April 1990 wurde er in der DDR zum letzten Präsidenten des DRSV gewählt. Er arbeitete nun erfolgreich daran, für die beiden deutschen Radsportverbände die „Wiedervereinigung“ zu erreichen.

 

Den ersten symbolischen Schritt dazu machte er gemeinsam mit dem damaligen westdeutschen BDR-Präsidenten Werner Göhner bei der Weltmeisterschaft 1990 im japanischen Maebashi. Beide Präsidenten beseitigten die trennenden Gitter zwischen den Boxen beider deutscher Verbände; damit wurde der Beitritt der fünf neuen Bundesländer in den BDR eingeläutet. Kurz darauf, bei der „Außerordentlichen Bundeshauptversammlung“ des BDR am 6. Dezember in Leipzig, wurde die Vereinigung offiziell beschlossen und untermauert.

 

1991 ist Wolfgang Schoppe einer der Vizepräsidenten des BDR geworden. Bis zum 23. März 2013 hat Wolfgang Schoppe als Präsidiumsmitglied des BDR außerordentlich engagiert – und auch gelegentlich streitbar – gearbeitet: für die Interessen des bundesrepublikanischen Radsports. Das gilt insbesondere für den Breiten- und Bahnradsport.

 

Wolfgang Schoppe ist ebenfalls auf Lokal- und Landesebene für den Radsport tätig. Besonders in Leipzig und in Sachsen hat sein Wort großes Gewicht. Lange Jahre war er nach der Wende Geschäftsführer des Sächsischen Radfahrer-Bundes; in diesem Verband ist er heute noch umtriebiges Vorstandsmitglied: im Bereich „Öffentlichkeitsarbeit und Traditionspflege“. Auch jetzt, mit 71 Jahren, arbeitet er oftmals im Büro des Landesverbandes – zum Beispiel als Redakteur der Zeitschrift Radsport in Sachsen.

 

Darüber hinaus ist Wolfgang Schoppe als Chronist, Archivar, Statistiker und Buchautor tätig. Sein großes, umfassend geordnetes privates Archiv – in seiner privaten Leipziger Wohnung – gilt als eines der umfangreichsten in Deutschland.

 

Wolfgang Schoppe hat in seinem Leben zahlreiche Auszeichnungen erhalten: in der DDR und besonders im BDR. Zum Beispiel erhielt er vom BDR die Ehrennadel in Gold mit Brillanten. Der Landessportbund Sachsen ehrte ihn mit der Goldenen Ehrennadel, von der Stadt Leipzig bekam er die Ehrenmedaille. Im vergangenen Jahr zeichnete ihn der Sächsische Radfahrer-Bund mit der Ehrenmitgliedschaft aus. Nun hat die Bundeshauptversammlung des BDR am 23. März 2013 Wolfgang Schoppe zum Ehrenmitglied des Radsportverbandes ernannt.